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Bustourismusbranche in Deutschland verzeichnet zweistellige Milliardenumsätze und starkes Wachstum

von VDV Rheinland e.V. - A. Britz

Berlin, 22. Juni 2017 - Der Bustourismus in Deutschland erwirtschaftet einen Bruttoumsatz in Höhe von 14,3 Milliarden Euro. Mit Blick auf die direkt oder indirekt von der Branche abhängigen Beschäftigten können zudem 238.000 Vollzeitäquivalente verzeichnet werden. So lauten zwei der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie, die der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) am 22. Juni in Berlin in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder des Bundestages offiziell vorgestellt hat. Die Untersuchung mit dem Titel „Wirtschaftsfaktor Bustourismus in Deutschland“ wurde vom unabhängigen Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif) durchgeführt. Die ermittelten Daten belegen in der nun vorgelegten zweiten Ausgabe der Studie die Bedeutung der Branche für Wachstum und Beschäftigung.

Studie beleuchtet einen „wichtigen Wirtschaftsfaktor“

„Der Bustourismus ist als wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland anzusehen“, fasst Dr. Bernhard Harrer, Vorstand dwif, mit Blick auf die Untersuchungen zusammen. Die Bruttoumsätze, so Harrer weiter, würden dabei in viele Regionen in ganz Deutschland hinein wirken: „Gut ein Fünftel wird durch die Ausgaben der Bustouristen im Gelegenheitsverkehr während der Reise und in den inländischen Zielgebieten bewirkt.“

Voraussetzungen schaffen, um eine Erfolgsgeschichte weiterschreiben zu können

„Busse verbinden Millionen Menschen in Deutschland mit touristischen Zielen – und damit auch Reisende mit Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Kultureinrichtungen in ganz Deutschland“, betonte bdo-Präsident Wolfgang Steinbrück in Berlin. „Der Bustourismus sorgt für Wachstum und Beschäftigung“, führte Steinbrück weiter aus. „Unternehmer brauchen gute Rahmenbedingungen, damit sie diese Erfolgsgeschichte fortschreiben können.“ Arbeitsplätze in Busunternehmen als starker Beschäftigungshebel: Jeder Job zieht fünf weitere nach sich

Über 42.000 Arbeitsplätze sind laut dwif-Studie direkt in der Bustouristik verankert. Noch stärker profitieren die Leistungserbringer in den Zielgebieten: Gut 80.000 Beschäftigte erzielen beispielsweise ihr Einkommen in Hotels, Gaststätten und Kultureinrichtungen, welche unmittelbar von den Leistungsbausteinen bei Busreisen abhängen. Alleine durch die Zusatzausgaben von über 81 Millionen Reisenden im Gelegenheits- und über 18 Millionen Bustouristen im Fernverkehr verdienen hierzulande knapp 63.000 Menschen ihren Lebensunterhalt. Insgesamt hängen von einem Arbeitsplatz bei einem Busunternehmen im Gelegenheitsverkehr rund fünf zusätzliche Arbeitsplätze bei Anbietern von ergänzenden Leistungen und zuliefernden Betrieben ab.

Deutliche Zuwächse bei Umsätzen und Einkommen

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen bei den zentralen Eckdaten eine – zumeist deutlich – positive Entwicklung im Vergleich zur Premierenausgabe der Studie vor sechs Jahren. Der Bruttoumsatz stieg so etwa von 2009 bis zur aktuellen Studienausgabe mit Werten aus 2015 um 17,1 Prozent. Der Nettoumsatz lag sogar um 19,8 Prozent höher als im Vergleichsjahr. Und für die Einkommen insgesamt konnte eine Steigerung um 20,2 Prozent verzeichnet werden.

Wachstumsmarkt Fernbus

Neu erfasst wurde in der zweiten Auflage der Studie die Wirtschaftsleistung des Fernbussegments mit Fokus auf Fahrgäste mit touristischem Hintergrund. Das Ergebnis: 2015 nutzen insgesamt rund 23,2 Millionen Fahrgäste den Fernbus. Etwa 80 Prozent von ihnen sind als touristisch anzusehen. Alleine durch die Zusatzausgaben von über 18 Millionen Bustouristen im Fernverkehr verdienen hierzulande knapp 63.000 Menschen ihren Lebensunterhalt. Ein Beispiel für die Wirkung: Auf das vergleichsweise junge Verkehrsmittel können 5,5 Millionen Übernachtungen in gewerblichen oder privaten Beherbergungsbetrieben zurückgeführt werden. Neben dem Gesamtbruttoumsatz von 322 Millionen Euro für die Tickets entstehen pro Fernbustourist und Tag Zusatzausgaben in Höhe von 52,50 Euro für Gastgewerbe, Einzelhandel und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Sämtliche zusätzlichen Ausgaben dieser Gruppe belaufen sich auf 735 Millionen Euro. Zusätzlich zu dem neu erhobenen Fernbustourismus verzeichnet auch die klassische Bustouristik eine erhebliche Steigerung der Bruttoumsätze.

bdo und IHK Berlin sind Initiatoren der Studie

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) hat gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Berlin die Zweitauflage der Studie initiiert. Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München hat als unabhängiges Institut die umfassenden Untersuchungen vorgenommen. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2015.

Die komplette Studie steht Ihnen als Download auf der Website des bdo unter folgendem Link zur Verfügung:

http://www.bdo.org/uploads/assets/594230a38c43ad6e2a00002d/original/17-68_Anlage_Studie_-_Wirtschaftsfaktor_Bustourimus_in_Deutschland.pdf?1497510051

Erste Einblicke in die Zahlen der Bustourismusbranche bietet Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse unter folgendem Link:

http://www.bdo.org/uploads/assets/59425e718c43ad6e2a000072/original/17-68_Zusammenfassung_Studie_-_Wirtschaftsfaktor_Bustourismus_in_Deutschland.pdf?1497521777

 

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