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Einsatz von Impftaxis – Mobilitätsverband MOLO wendet sich direkt an die Kommunen. Landesregierung geht auf Angebot der Verkehrsbranche nicht ein.

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Leider zeichnet sich noch kein Ende der Corona-Pandemie ab; im Gegenteil die Infiziertenzahlen sinken nur langsam und bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. „Es gilt nunmehr weitergehende Maßnahmen im Umgang mit der Pandemie zu ergreifen. Die Mobilitäts- und Verkehrsbranche möchte dabei unterstützen“, so der Geschäftsführer von MOLO Heiko Nagel.

„Neben systemrelevanten Berufsgruppen wie Krankenhauspersonal oder Mitarbeitern von Pflegeeinrichtungen sollen vor allen Dingen Senioren und durch ihr Krankheitsbild vordisponierte, besonders vulnerable Menschen priorisiert geimpft werden. Gerade chronisch kranke und betagte Menschen haben aber sehr häufig keinen Zugriff auf Privatfahrzeuge oder können die regionalen und örtlichen Impfzentren auch wegen ihrer physischen Einschränkungen nicht mit dem „klassischen“ ÖPNV, also Bussen und Bahnen, erreichen. Hier möchten wir dabei unterstützen, dass auch diese besonders impfbedürftigen Kreise zuverlässigen Zugriff auf den Schutz durch die Impfung bekommen“, betont Geschäftsführerkollege Guido Borning.

Die Verbandsvertreter weisen darauf hin, dass die Landesregierung bislang auf diverse Angebote, wie man diese Fahrten organisieren könnte, bislang nicht eingegangen sind. „Die Landesregierung denkt aktuell über die abenteuerlichsten Möglichkeiten der Beförderung der Impflinge zu den Impfzentren nach, vergisst aber, die naheliegendste und bereits bestehende Logistik mit entsprechend vorhandenen Hygienekonzepten aus der täglichen Beförderung von kranken Menschen anzusprechen, die sofort und ohne Mehraufwand zur Personenbeförderung zur Verfügung stehen würden“, betonen Borning und Nagel. „Die Fahrzeuge unserer Mitgliedsunternehmen erfüllen die hygienischen Bedingungen, die für Transport und Sicherheit sorgen können, alleine schon aus der täglichen Beförderung von kranken Menschen zu Dialyse-, Strahlen-, Chemotherapiebehandlungen. Die Abrechnung dieser Fahrten könnte, wie zum Beispiel bei den Fahrten von Asylbewerbern, über Fahrgutscheine unbürokratisch und schnell organisiert und durchgeführt werden. Der zu impfende Mensch bekäme zum Beispiel bei der Terminvergabe, wenn erforderlich, ein entsprechendes Dokument, das dann zur Abrechnung der Fahrtkosten benutzt werden könnte“, so die Geschäftsführer von MOLO weiter.  

Der Verband sucht jetzt gezielt den Dialog mit den Kommunen. „Wie wir erfahren haben, bestehen in verschiedenen Regionen bereits sehr interessante Konzepte unter Einbeziehung der ortsansässigen Verkehrsunternehmen. Wir hoffen, dass sich weitere Kommunen dazu entscheiden, gemeinsam mit den heimischen Taxi-, Mietwagen- oder Omnibusunternehmen ähnliche Konzepte zu etablieren“, betonen die Verbandsvertreter. Den Verantwortlichen wurde eine Liste mit Beispielen vorgelegt, an denen man sich orientieren könne.

„Im Kampf gegen die Corona–Pandemie bereiten sich auch das Land Rheinland-Pfalz in einem unvergleichbaren Kraftakt auf die flächendeckende Impfung für die ganze Bevölkerung vor. Über verschiedene Maßnahmen gilt es aber auch, längerfristige Strategien zu entwickeln, die den Schutz der besonders vulnerablen Menschen gewährleisten.  Der Verband Mobilität und Logistik Rheinland-Pfalz e.V. vertritt ca. 800 Unternehmen aus der Personenbeförderungsbranche. Gerne bieten wir unsere Unterstützung beim Kampf gegen die Pandemie an“, betonen die Geschäftsführer Nagel und Borning.

 

MOLO – Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz e.V. ist der Dachverband der rheinland-pfälzischen Verkehrs-, Transport- und Logistikbranche. Der Dachverband bündelt die Interessen der beiden Mitgliederverbände VDV Rheinland e.V. und VVRP Rheinhessen-Pfalz e.V., die wiederum ca. 1400 Unternehmen aus den Bereichen Güterkraftverkehr, Möbeltransport, Kraftomnibusverkehr und Taxi-Mietwagenverkehr vertreten.

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