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Europäische Busverbände fordern deutliches Umdenken von EU-Spitze und nationalen Regierungen

von VDV Rheinland e.V. - A. Britz

Im Interesse der Fahrgäste: Europäische Busverbände fordern deutliches Umdenken von EU-Spitze und nationalen Regierungen

Zahlreiche Internationale Busverbände rufen Entscheidungsträger in der EU sowie auf Ebene der Mitgliedsstaaten auf, Hindernisse für Reisende und Verkehrsunternehmen endlich deutlich abzubauen. Unter anderem überbordende Bürokratie sowie die wachsende Zahl an Einfahrverboten belasten Fahrgäste und Fahrer zunehmend – und bedrohen damit auch den Fortbestand eines wichtigen Wirtschaftszweigs.

Berlin - Die europäischen Busunternehmensverbände haben am 19. Oktober in einer gemeinsamen Erklärung nach fairen Wettbewerbsbedingungen und einer größeren Beachtung der Branche auf Seiten politischer Entscheidungsträger gerufen. Am Vortag der Eröffnung der Messe „Busworld“ im belgischen Kortrijk positionierten sich die Interessenvertreter mit einem gemeinsamen Appell an die Regierungsspitzen in der EU sowie in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Die Verbände forderten unter anderem einen Abbau von Bürokratie, Einfahrverboten und Wettbewerbsverzerrungen. Kernpunkt des Appels war dabei der Ruf nach einer individuellen Betrachtung des Personenverkehrs auf der Straße, der sich dem Wesen nach grundlegend vom Güterverkehr unterscheidet, aber derzeit nicht als solcher individuell geregelt werde. Dies müsse beispielsweise auch in den Sozialvorschriften für die Branche erkennbar sein.

„Aktuelle politische Vorschläge von Seiten der EU machen leider allzu deutlich, dass hier nicht die Bedürfnisse und Wünsche von Fahrgästen und Fahrern erkannt – geschweige denn berücksichtigt – werden. Vielmehr setzt man die Menschen gesetzlich im Grunde mit dem Frachtgut in Lkw gleich“, betonte Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) die Dringlichkeit eines Umdenkens. „Das macht vor allem den Millionen Menschen das Leben schwer, die Jahr für Jahr den Bus nutzen. Aber auch Fahrer und Unternehmer leiden darunter. Wer den öffentlichen – und somit umweltschonenden – Verkehr mit Bussen in solcher Weise belastet, muss damit rechnen, dass mehr Pkw als nötig auf den Straßen unterwegs sind – und die Klimaziele in noch weitere Ferne rücken.“

Die Verbände betonen, dass die 300.000 – zumeist kleineren und mittleren – Busunternehmen in Europa Beschäftigung für 2 Millionen Menschen bringen. Als umweltfreundliche Alternative zum Pkw bildet der Bus im Nah- und Fernverkehr eine wichtige Säule moderner Mobilität. Der Straßenpersonenverkehr verbindet Menschen mit Menschen. Diese Bedeutung findet sich in den aktuellen politischen Vorschlägen der EU zum Verkehr – dem sogenannten Mobility Package – nicht wieder.

 

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