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Lkw-Rastplätze: MOLO e.V. begrüßt Bundesinitiative – fordert zügige Umsetzung und Unterstützung privater Investitionen

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Die seit Jahren unzureichende Situation bei den Lkw-Rastplätzen entlang der Bundesautobahnen ist für das Verkehrsgewerbe kein neues Thema – sie ist vielmehr ein dauerhaftes und wachsendes Problem. Die Verbände des Verkehrsgewerbes Rheinland-Pfalz (VDV Rheinland e.V. und VVRP)) sowie der Dachverband der Mobilitäts- und Logistikwirtschaft Rheinland-Pfalz (MOLO) weisen seit vielen Jahren mit Nachdruck auf den massiven Mangel an Lkw-Stellplätzen hin. Dies geschieht sowohl auf Landesebene als auch über deren Bundesverband, den BGL – Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung e. V.

„Der Mangel an Lkw-Rastplätzen ist seit Jahren bekannt, doch die Situation hat sich weiter verschärft. Unsere Mitgliedsunternehmen und vor allem die Fahrerinnen und Fahrer erleben diese Missstände täglich – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Sicherheit, Arbeitsbedingungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben“, erklärt Guido Borning, Geschäftsführer des VDV Rheinland und von MOLO.

Vor diesem Hintergrund begrüßen VDV Rheinland, VVRP und MOLO ausdrücklich, dass das Bundeskabinett bei der Freigabe der Infrastrukturmittel den Fokus nun klar und sichtbar auch auf die fehlenden Lkw-Rastplätze gelegt hat. Dass dabei besonders belastete Strecken – wie die A 61 zwischen Bad Kreuznach und Meckenheim – ausdrücklich benannt werden, ist aus Sicht der Verbände folgerichtig und wichtig. Gerade diese Verkehrsachsen sind für den nationalen und internationalen Güterverkehr von zentraler Bedeutung und stehen exemplarisch für die strukturellen Defizite der vergangenen Jahre.

„Dass nun konkret benannte Engpassstrecken in den politischen Fokus rücken, ist ein wichtiges Signal. Gerade entlang hochfrequentierter Transitachsen zeigt sich besonders deutlich, wie groß der Handlungsbedarf tatsächlich ist“, so Heiko Nagel, Geschäftsführer des VVRP und von MOLO.

Der akute Stellplatzmangel ist längst nicht mehr nur ein Komfort- oder Branchenproblem, sondern berührt zentrale Fragen der Verkehrssicherheit, der Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer sowie der Einhaltung gesetzlicher Lenk- und Ruhezeiten. Überfüllte Rastanlagen, das Ausweichen auf Standstreifen oder Ein- und Ausfahrten sowie improvisierte Parklösungen sind inzwischen alltäglich – mit entsprechenden Risiken für alle Verkehrsteilnehmer.

Dass nun zusätzliche Infrastrukturmittel bereitgestellt und politisch klar adressiert werden, werten die Verbände als ein positives und längst überfälliges Signal. Entscheidend wird jedoch sein, dass den Ankündigungen nun auch zügig konkrete Maßnahmen folgen. Planung, Genehmigung und Bau neuer Stellplatzkapazitäten müssen deutlich beschleunigt werden.

„Ankündigungen allein helfen den Fahrerinnen und Fahrern nicht weiter. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mittel schnell und effizient in zusätzliche Stellplätze umgesetzt werden“, betont Guido Borning.

Ergänzend dazu unterstreichen VDV Rheinland, VVRP und MOLO, dass auch private Initiativen stärker unterstützt werden sollten. Immer wieder gibt es Unternehmen oder Investoren, die bereit sind, Flächen oder Grundstücke für Lkw-Stellplätze zur Verfügung zu stellen oder entsprechende Anlagen zu errichten. Diese Vorhaben scheitern jedoch nicht selten an langwierigen, komplexen und teilweise wenig praxistauglichen Genehmigungsverfahren.

„Wenn private Akteure bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und in zusätzliche Infrastruktur zu investieren, müssen Politik und Verwaltung diese Vorhaben aktiv unterstützen und Genehmigungsprozesse deutlich vereinfachen“, so Heiko Nagel.

Fazit der Verbände: Die Entscheidung des Bundeskabinetts ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie ersetzt jedoch nicht die Notwendigkeit eines konsequenten, koordinierten und langfristigen Ausbaus der Lkw-Rastinfrastruktur – unter Einbeziehung öffentlicher wie privater Akteure.

MOLO – Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz e.V. ist der Dachverband der rheinland-pfälzischen Verkehrs-, Transport- und Logistikbranche. Der Dachverband bündelt die Interessen der beiden Mitgliederverbände VDV Rheinland e.V. und VVRP Rheinhessen-Pfalz e.V., die wiederum ca. 1400 Unternehmen aus den Bereichen Güterkraftverkehr, Möbeltransport, Kraftomnibusverkehr und Taxi-Mietwagenverkehr vertreten.

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