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MOLO fordert schnelle Hilfe für Busunternehmen – Dieselpreisexplosion gefährdet Verkehrsleistungen
von VDV Rheinland e.V. - D. Strauf
Die stark steigenden Dieselpreise infolge der aktuellen geopolitischen Spannungen setzen die privaten Omnibusunternehmen in Rheinland-Pfalz zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Der Dachverband der privaten Busunternehmen, MOLO – Mobilität und Logistik Rheinland-Pfalz e.V., fordert daher kurzfristige Maßnahmen der Aufgabenträger, um die Liquidität der Verkehrsunternehmen zu sichern und die Stabilität der Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr zu gewährleisten.
Der Dieselpreis hat sich in kurzer Zeit deutlich erhöht. Für Busunternehmen stellt Kraftstoff einen erheblichen Kostenfaktor dar. Die aktuelle Entwicklung führt daher innerhalb weniger Wochen zu erheblichen Mehrbelastungen im laufenden Betrieb.
Hinzu kommt, dass viele bestehende Verkehrsverträge nur eingeschränkt auf solche kurzfristigen Kostensteigerungen reagieren können. Teilweise fehlen entsprechende Preisgleitklauseln für Diesel vollständig, teilweise greifen sie erst zeitverzögert – etwa im Rahmen quartalsweiser Anpassungen. Die Unternehmen müssen die steigenden Kosten jedoch sofort tragen.
„Die Busunternehmen müssen den Diesel jeden Tag bezahlen, während mögliche Ausgleichsmechanismen aus den Verträgen oft erst Monate später wirken“, erklärt Guido Borning, Geschäftsführer von MOLO. „Diese zeitliche Lücke führt bei vielen Betrieben zu erheblichen Liquiditätsbelastungen.“
MOLO fordert daher die Aufgabenträger im Land auf, kurzfristige Lösungen zur Stabilisierung der Verkehrsunternehmen zu prüfen. Dazu zählen unter anderem vorgezogene Abschlagszahlungen, zusätzliche Zwischenzahlungen oder pragmatische Einzelfalllösungen, um außergewöhnliche Kostensteigerungen kurzfristig abzufedern.
„Die privaten Busunternehmen sichern einen großen Teil der Verkehrsleistungen im Land – im Schülerverkehr ebenso wie im Linienverkehr“, sagt Heiko Nagel, ebenfalls Geschäftsführer von MOLO. „Damit diese Leistungen zuverlässig erbracht werden können, müssen außergewöhnliche Kostensteigerungen auch kurzfristig berücksichtigt werden.“
Ziel müsse es sein, wirtschaftlich stabile Unternehmen nicht durch kurzfristige Marktverwerfungen in Schwierigkeiten zu bringen und gleichzeitig ein verlässliches Verkehrsangebot für Fahrgäste und Aufgabenträger zu gewährleisten.
MOLO kündigte an, hierzu den Dialog mit Aufgabenträgern und politischen Entscheidungsträgern im Land zu suchen.
MOLO – Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz e.V. ist der Dachverband der rheinland-pfälzischen Verkehrs-, Transport- und Logistikbranche. Der Dachverband bündelt die Interessen der beiden Mitgliederverbände VDV Rheinland e.V. und VVRP Rheinhessen-Pfalz e.V., die wiederum ca. 1400 Unternehmen aus den Bereichen Güterkraftverkehr, Möbeltransport, Kraftomnibusverkehr und Taxi- Mietwagenverkehr vertreten.