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Toter Winkel aus der Sicht des Fahrers: Viertklässler erleben Verkehrssicherheit hautnah
von VDV Rheinland e.V. - D. Strauf
Wie groß ist eigentlich der tote Winkel eines Lastwagens? Und kann ein Lkw-Fahrer wirklich alle Personen sehen, die unmittelbar neben oder hinter seinem Fahrzeug stehen? Diesen Fragen gingen am Dienstag die Schülerinnen und Schüler der fünf vierten Klassen der Goethe-Schule Lahnstein ganz praktisch auf den Grund.
Der Verband des Verkehrsgewerbes Rheinland e. V. hatte gemeinsam mit der Schule zu einem Aktionstag unter dem Motto „Verkehrssicherheit – Toter Winkel“ eingeladen. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der RHT Spedition Hartmann GmbH aus Koblenz. Das Mitgliedsunternehmen des Verbandes stellte eigens eine Solo-Sattelzugmaschine zur Verfügung, an der die Kinder die Sichtverhältnisse rund um einen Lkw unmittelbar erleben konnten.
Mit Hütchen und Seilen wurden die Bereiche markiert, die der Fahrer trotz der vorhandenen Spiegel nicht oder nur eingeschränkt einsehen kann. Die Schülerinnen und Schüler stellten sich selbst an verschiedenen Punkten rund um das Fahrzeug auf und überprüften, wann sie für den Fahrer sichtbar waren. Besonders eindrucksvoll war für viele Kinder der Perspektivwechsel: Vom Fahrersitz aus konnten sie selbst feststellen, wie schnell ganze Gruppen im toten Winkel verschwinden können.
„Verkehrssicherheit lässt sich nicht allein mit Broschüren und theoretischen Hinweisen vermitteln. Wenn die Kinder selbst neben einem großen Fahrzeug stehen und anschließend auf dem Fahrersitz erleben, was dort sichtbar ist und was nicht, bleibt diese Erfahrung im Gedächtnis. Genau solche praktischen Aktionen brauchen wir, um Kinder frühzeitig für Gefahren zu sensibilisieren“, erklärte Guido Borning, Geschäftsführer des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinland e. V.
Der Verband ist seit einigen Monaten Fördermitglied der Aktion Kinder-Unfallhilfe e. V. und unterstützt deren Engagement für mehr Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr. Die Aktion Kinder-Unfallhilfe stellte für den Aktionstag Informationsmaterialien und kleine Giveaways zur Verfügung.
Zugleich möchte der Verband seine Mitgliedsunternehmen aus dem Personen- und Güterverkehr dazu ermutigen, sich ebenfalls vor Ort für die Verkehrssicherheit von Kindern einzusetzen.
„Als Transport- und Logistikunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung. Unsere Fahrerinnen und Fahrer sind täglich mit großen Fahrzeugen unterwegs und wissen, wie wichtig Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind. Deshalb haben wir die Idee sehr gerne unterstützt. Wenn die Kinder nach diesem Vormittag eine Gefahrensituation früher erkennen und sich im entscheidenden Moment richtig verhalten, haben wir gemeinsam viel erreicht“, sagte Achim Borchers, Geschäftsführer der RHT Spedition Hartmann GmbH.
Auch die Goethe-Schule bewertete die praxisnahe Vermittlung als großen Gewinn: „Verkehrserziehung ist für uns ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags. Gerade das Thema toter Winkel ist für Kinder in der Theorie nur schwer vorstellbar. Die unmittelbare Erfahrung am Fahrzeug hat ihnen sehr anschaulich gezeigt, warum sie besonders an Kreuzungen und beim Abbiegen Abstand halten und Blickkontakt zum Fahrer suchen müssen. Wir danken allen Beteiligten, die unseren Schülerinnen und Schülern diesen besonderen Vormittag ermöglicht haben“, betonte Marius Klein, Rektor der Goethe Schule in Lahnstein.
Der Aktionstag fand in zwei Abschnitten statt. Zunächst nahmen die Klassen 4a und 4b teil, anschließend folgten die Klassen 4c, 4d und 4e. Nach einer kurzen Einführung konnten sich alle Klassen nacheinander mit dem Fahrzeug und den verschiedenen Gefahrenbereichen beschäftigen.
„Unser Dank gilt der Goethe-Schule und insbesondere der RHT Spedition Hartmann, die aus unserer Mitgliedschaft bei der Aktion Kinder-Unfallhilfe ganz konkret eine eigene Initiative gemacht hat. Wir würden uns sehr freuen, wenn dieses Beispiel auch bei weiteren Verkehrsunternehmen Schule macht“, so Borning abschließend.